HV Oberlausitz Cunewalde: 1. Männermannschaft wird nicht für die Oberliga Sachsen gemeldet!
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Der Vorstand des HV Oberlausitz Cunewalde hat eine der schwierigsten Entscheidungen der jüngeren Vereinsgeschichte getroffen: Trotz sportlich erreichtem Klassenerhalt wird die 1. Männermannschaft in der Saison 2026/2027 nicht in der Oberliga Sachsen antreten.
Diese Entscheidung ist dem Verein alles andere als leichtgefallen. Sie ist das Ergebnis intensiver Analysen, zahlreicher Gespräche und ehrlicher Abwägungen – und am Ende dennoch eine bewusste und notwendige Entscheidung im Sinne einer nachhaltigen Zukunft des Vereins.
Bis zuletzt hat die sportliche Leitung mit großem Engagement daran gearbeitet, die Rahmenbedingungen für eine weitere Saison in der Oberliga zu schaffen. Die Mannschaft hat mit enormem Einsatz um den Klassenerhalt gekämpft – ein Erfolg, der ausdrücklich gewürdigt wird. Dennoch haben sich die sportlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen im Verlauf der Planungen zunehmend als schwierig herausgestellt.
Seit längerer Zeit war bekannt, dass die Altersstruktur der Mannschaft einen Umbruch erforderlich macht. Dieser wurde bereits in der vergangenen Saison aktiv eingeleitet: Sechs neue Spieler wurden in den Oberliga-Kader integriert, um frühzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen. Trotz intensiver Gespräche mit potenziellen und bestehenden Spielern konnte die – auch für den Verein überraschend hohe – Fluktuation nicht kompensiert werden. Für die kommende Saison stehen insgesamt zehn Spieler aus dem bisherigen Oberliga-Kader nicht mehr zur Verfügung.
Besonders schwer wiegt die schwere Verletzung von Brabec. In der Folge haben sich auch die tschechischen Spieler Pokorny, Stejskal und Dohnal dazu entschieden, künftig wieder in ihrer Heimat zu spielen und die aufwendigen Reisen nicht mehr auf sich zu nehmen – eine absolut nachvollziehbare Entscheidung, auch wenn sie ein Jahr früher kommt als erwartet.
Darüber hinaus wird Anys den Verein aus privaten Gründen verlassen. Welz beendet seine aktive Laufbahn aufgrund erfreulicher familiärer Entwicklungen. Israel und Richter haben signalisiert, künftig kürzertreten und ausschließlich in der 2. Mannschaft spielen zu wollen – vor allem aufgrund von Verletzungen und der hohen Belastung. Auch Custodio wird den Verein vor dem Hintergrund der aktuellen Situation verlassen.
Dem gegenüber steht bislang ein Neuzugang, der unabhängig von der Ligazugehörigkeit seine Zusage gegeben hat. Eine mögliche Alternative wäre die Verpflichtung mehrerer ausländischer Spieler gewesen – konkret standen vier portugiesische sowie weitere tschechische Spieler zur Diskussion. Der damit verbundene organisatorische Aufwand sowie ein fehlender identitätsstiftender Charakter haben letztlich gegen diesen Weg gesprochen.
Neben den personellen Herausforderungen spielt auch die finanzielle Situation des Vereins eine entscheidende Rolle. Der verheerende Hallenbrand hat zu einer angespannten wirtschaftlichen Lage geführt, die zusätzliche Belastungen für den Spielbetrieb mit sich bringt. Diese Umstände mussten in die Gesamtbewertung einfließen.
Es war für den HV Oberlausitz Cunewalde keine Option, ein Szenario einzugehen, das möglicherweise in einem kurzfristigen Rückzug nach erfolgter Meldung geendet hätte. Nach vielen ergebnislosen Gesprächen hat sich die sportliche Leitung daher intensiv mit einem alternativen Szenario beschäftigt: dem Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft für die Verbandsliga.
Erfreulich ist, dass zentrale Spieler ihre Zusage für diesen Weg gegeben haben. So werden unter anderem Israel und Richter weiterhin Teil der Mannschaft sein. Auch Spieler wie Mühlan, Mende, Franke, Lindner, Stammnitz und Kleinauskihaben ihre Unterstützung zugesichert. Mit Wagner wird zudem ein vielversprechendes Talent gezielt in die Mannschaft integriert. Ergänzt wird das Team durch Spieler aus der 2. Mannschaft wie Schulze und Kaiser.
Der Verein sieht diesen Schritt als Chance zur Konsolidierung. Ziel ist es, in der Verbandsliga eine konkurrenzfähige Rolle einzunehmen und sich im oberen Tabellenbereich zu etablieren – wohlwissend um die hohe Qualität der Liga.
Darüber hinaus bleibt es ein zentrales Anliegen, perspektivisch wieder Spieler – auch aus dem tschechischen Raum – für den Verein zu begeistern und an frühere Erfolgsgeschichten anzuknüpfen. Langfristig wird entscheidend sein, verstärkt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und diesen gezielt für höhere Aufgaben zu entwickeln.

Der HV Oberlausitz Cunewalde versteht sich weiterhin als ambitionierter Verein mit sportlichen Zielen auf gehobenem Amateurniveau. Gleichzeitig ist man sich bewusst, dass nachhaltiger Erfolg nur unter passenden strukturellen, personellen und finanziellen Voraussetzungen möglich ist.
Der Vorstand ist sich darüber im Klaren, dass diese Entscheidung bei Fans, Sponsoren und Unterstützern Enttäuschung hervorrufen kann. Umso mehr bittet der Verein um Verständnis für diesen Schritt, der mit großer Verantwortung und mit Blick auf die Zukunft getroffen wurde.



