Derbysieg im Abstiegskampf
- fsieber89
- vor 2 Tagen
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Derbysieg vor großer Kulisse – HV Oberlausitz Cunewalde bezwingt SV Koweg Görlitz mit 30:26
Die besondere Anspannung dieses Derbys war schon Tage vor dem Anpfiff greifbar. Ein Blick auf die Tabellenkonstellation machte deutlich, wie viel auf dem Spiel stand – entsprechend groß war das Interesse. So strömten so viele Zuschauer wie schon lange nicht mehr in die Bautzner Schützenplatzhalle. Schätzungsweise knapp über 500 Handballfans wollten das Duell zwischen dem HV Oberlausitz Cunewalde und dem SV Koweg Görlitz live erleben – darunter auch zahlreiche mitgereiste Anhänger aus der Neißestadt. Nicht zuletzt im Zuge der aktuellen Handball-EM war die Lust auf hochklassigen Handball spürbar.

Bereits das Vorspiel der beiden Zweitvertretungen sorgte für einen stimmungsvollen Auftakt. In der großen Halle setzte sich HVO II ebenfalls mit 30:26 gegen Koweg II durch – ein perfekter Rahmen für das anschließende Derby der ersten Mannschaften.
Cunewalde übernahm von Beginn an das Kommando und präsentierte sich vor allem defensiv hochkonzentriert. Eine Abwehr „aus Granit“ gab früh Sicherheit und ermöglichte nach zehn Minuten die erste deutlichere Führung (6:3). Görlitz reagierte mit einer Auszeit – und fand anschließend deutlich besser in die Partie. Nach 18 Minuten war der Ausgleich hergestellt (8:8).
Doch die Hausherren justierten erneut nach, besannen sich auf die im Vorfeld erarbeiteten Schwachpunkte des Gegners und übernahmen wieder die Kontrolle. Bis zur Halbzeit erspielte sich der HVO eine verdiente 14:10-Führung.
Kurz vor dem Pausenpfiff kam es allerdings noch zu einer unschönen Szene, die das ansonsten faire Derby kurzzeitig überschattete. Trainer Sieber ordnete die Situation anschließend ruhig, aber deutlich ein:
„Ich bin ein Freund harter Arbeit mit ordentlicher Körperlichkeit im Deckungsverband. Was ich aber nicht gutheißen kann, ist eine vorsätzliche Inkaufnahme schwerer Verletzungen. Auch wenn es glimpflich ausgegangen ist – diese Intentionen verstehe ich nicht. Und auch die anschließende Reaktion des Spielers war mehr als fragwürdig.“
Zugleich betonte Sieber ausdrücklich, dass dies keinesfalls als Kritik an die Schiedsrichter zu verstehen sei: „Die Szene war schwer zu sehen.“
Im zweiten Durchgang baute Cunewalde den Vorsprung zunächst auf fünf Tore aus, leistete sich dann jedoch einen kurzen Hänger. „Wir konnten frühzeitig für eine Entscheidung sorgen, verpassen aber teilweise klare Chancen oder treffen zu hektische Entscheidungen“, analysierte Sieber später. Görlitz nutzte diese Phase und verkürzte beim 20:18 noch einmal auf zwei Treffer.
In der Folge blieb der Vorsprung der Cunewalder weitgehend konstant. Als dann auch noch die mobile Zeitmessanlage ausfiel – nachdem bereits die große Anlage der Stadt Bautzen erneut ihren Dienst versagte – setzte der HVO zum finalen Schlussakkord an. Nach dem 25:23 zog Cunewalde innerhalb kürzester Zeit auf 29:24 davon und machte damit den Derbysieg vorzeitig klar. Am Ende stand ein umjubeltes 30:26 auf der Anzeigetafel.
Die Erleichterung war Trainer Sieber nach dem Schlusspfiff deutlich anzumerken:
„Wir konnten nun unseren Punkt aus der Vorwoche beim Tabellenzweiten in Aue vergolden und haben etwas Luft zu den Neißestädtern geschaffen. Aufgrund des besseren direkten Vergleichs sind es für uns quasi vier statt nur drei Punkte Vorsprung.“
Abgerundet wurde der besondere Handballabend durch den Spieltagssponsor EWB Bautzen, der mit Maskottchen, einer attraktiven Tombola und Überraschungen zur Vogelhochzeit für zusätzliche Highlights und eine rundum gelungene Derby-Atmosphäre sorgte.
Ein Derby, das sportlich wie emotional hielt, was es im Vorfeld versprach – und für den HV Oberlausitz Cunewalde enorm wichtige Punkte im Kampf um die obere Tabellenregion brachte.


